Titel
Wenn gemeinsames Handeln das Böse hervorbringt
Abstract
In den 60er Jahren des vierten Jahrhunderts stehlen ein jugendlicher Augustinus und seine Freunde zu nächtlicher Stunde eines Nachbars Birnen vom Baum und werfen diese anschließend den Schweinen zum Fraß vor. Der scheinbar sinnlose, aber vergleichsweise harmlose Birnendiebstahl wird vom Kirchenvater in seinen Bekenntnissen später auf das Schärfste verurteilt. Während Augustinus’ harte Worte in Bezug auf seine eigene Missetat bei vielen seiner späteren Leser:innen auf Unverständnis stoßen, zeigt Hans Bernard Schmid in seinem neuesten Buch, dass gerade darin eine tiefere Einsicht in eine der moralischen Grundfragen der Menschheit verborgen liegen könnte: die Frage danach, wie menschliches Handeln Böses hervorbringt. Seine These lautet: Eine Interpretation des Birnendiebstahls als radikal improvisierte gemeinsame Handlung bietet möglicherweise den Schlüssel zum Verständnis nicht nur von Augustinus’ gnadenloser Selbstbezichtigung, sondern eben auch des nicht immer vollkommen absichtlichen Entstehens des Bösen im Zuge gemeinsamen Handelns.
Stichwort
Philosophy
Objekt-Typ
Sprache
Englisch [eng]
Persistent identifier
https://phaidra.univie.ac.at/o:1536406
Erschienen in
Titel
Deutsche Zeitschrift für Philosophie
Band
70
Ausgabe
1
ISSN
2192-1482
Erscheinungsdatum
2022
Seitenanfang
172
Seitenende
179
Verlag
Walter de Gruyter GmbH
Erscheinungsdatum
2022
Zugänglichkeit
Rechteangabe
© 2022 Anne Schwenkenbecher

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